Stand: Juli 2026

QR-Rechnung erstellen: Schritt für Schritt für Selbständige in der Schweiz

Eine QR-Rechnung erstellst du in der Schweiz auf drei Wegen: über das E-Banking-Portal deiner Bank, mit einer Rechnungssoftware oder mit einem Online-Generator. Du brauchst dafür nur deine IBAN, deine Adressdaten und den Betrag — der Rest ist Standard, denn die QR-Rechnung hat seit Oktober 2022 die alten Einzahlungsscheine abgelöst.

Dieser Guide zeigt dir Schritt für Schritt, wie du zu deiner ersten QR-Rechnung kommst, was es mit QR-IBAN und Referenzen auf sich hat und welche Elemente in den Zahlteil gehören — ohne unnötige Technik.

Brauche ich überhaupt eine QR-Rechnung?

Nicht jede selbständige Person braucht sofort eine QR-Rechnung. Eine normale Rechnung mit klaren Zahlungsangaben ist weiterhin gültig. Die QR-Rechnung wird vor allem dann interessant, wenn du:

  • regelmässig Rechnungen verschickst
  • Zahlungseingänge effizienter abgleichen willst
  • Tippfehler bei Überweisungen vermeiden willst
  • einen professionellen Zahlungsablauf suchst — viele Firmenkunden erwarten den QR-Zahlteil inzwischen schlicht

Der praktische Kern: Deine Kundschaft scannt den Code mit der Banking-App, alle Angaben sind vorausgefüllt, bezahlt ist in Sekunden. Für dich heisst das weniger Rückfragen, weniger Zahlendreher, sauberere Zahlungseingänge.

Wenn du sehr wenige Rechnungen schreibst und deine Kundschaft problemlos mit IBAN-Angaben zurechtkommt, kannst du den Schritt aufschieben. Spätestens mit steigendem Volumen lohnt er sich fast immer.

Weg 1: QR-Rechnung im E-Banking deiner Bank erstellen

Der einfachste Einstieg für einzelne Rechnungen. Die meisten Schweizer Banken bieten im E-Banking einen QR-Generator an. So läuft es typischerweise:

  1. Im E-Banking einloggen und die Funktion suchen — sie heisst je nach Bank «QR-Rechnung erstellen», «QR-Generator» oder ähnlich.
  2. Konto wählen, auf das die Zahlung eingehen soll.
  3. Deine Angaben prüfen: Name und Adresse übernimmt die Bank aus deinen Kontodaten.
  4. Betrag und Währung erfassen (CHF oder EUR). Manche Generatoren erlauben auch offene Beträge, etwa für Spenden.
  5. Zahlende Partei erfassen (Name und Adresse der Kundschaft) — optional, aber empfohlen, weil es den Abgleich erleichtert.
  6. Zusätzliche Informationen ergänzen, zum Beispiel deine Rechnungsnummer — so erkennst du den Zahlungseingang sofort.
  7. PDF herunterladen und der Rechnung anhängen oder als letzte Seite einfügen.

Vorteil: gratis, korrekt nach Standard, ohne neues Tool. Nachteil: Bei jeder Rechnung tippst du alles neu — ab ein paar Rechnungen pro Monat wird das mühsam.

Weg 2: QR-Rechnung mit Software erstellen

Der bequemste Weg, sobald Rechnungen bei dir Routine sind. Eine Rechnungs- oder Buchhaltungssoftware erzeugt den Zahlteil automatisch bei jeder Rechnung:

  1. Einmalig einrichten: IBAN (oder QR-IBAN), Absenderdaten, Logo, Standardtexte.
  2. Rechnung erfassen: Kundschaft, Positionen, Beträge — die MWST-Logik rechnet die Software mit.
  3. PDF erzeugen: Rechnung und QR-Zahlteil kommen als ein Dokument heraus, korrekt formatiert.
  4. Zahlungseingang abgleichen: Viele Tools erkennen eingehende Zahlungen und markieren die Rechnung als bezahlt — besonders elegant mit QR-Referenz.

Das ist der Weg mit dem geringsten Fehlerpotenzial: keine manuellen Überträge, konsistente Nummerierung, Ablage inklusive. Welche Lösungen für Selbständige passen, zeigt der Software-Vergleich und der Guide Welche Buchhaltungssoftware passt Schweizer Selbständigen?

Weg 3: Online-Generatoren

Es gibt kostenlose Web-Generatoren, in die du Kontoangaben, Betrag und Adressen eintippst und ein Zahlteil-PDF erhältst. Für die allererste Rechnung oder den seltenen Einzelfall in Ordnung — mit zwei Vorbehalten:

  • Datensparsamkeit: Du gibst Konto- und Kundendaten in ein fremdes Web-Formular ein. Nutze seriöse Anbieter und keine Dienste, die zur Eingabe unnötiger Daten auffordern.
  • Keine Ablage, keine Nummerierung: Der Generator erzeugt ein PDF und vergisst dich. Rechnungsstellung, Ablage und Zahlungsabgleich bleiben Handarbeit.

Als Daumenregel: Generator für den Einzelfall, Bank-Portal für gelegentliche Rechnungen, Software für den Alltag.

QR-IBAN oder IBAN — was brauchst du?

Hier wird es online schnell unnötig technisch. Die Kurzfassung:

Normale IBANQR-IBAN
Was es istDeine gewohnte KontonummerSpezielle Variante deiner Bank, nur für QR-Rechnungen
ReferenztypOhne Referenz oder mit Creditor Reference (SCOR)Mit strukturierter QR-Referenz (Pflicht)
ZahlungsabgleichManuell oder über Rechnungsnummer im MitteilungsfeldAutomatisch: jede Zahlung eindeutig einer Rechnung zugeordnet
Für wenEinstieg, wenige RechnungenRegelmässiges Fakturieren mit Software

Für die meisten Selbständigen gilt: Starte mit der normalen IBAN. Sie funktioniert für QR-Rechnungen einwandfrei. Die QR-IBAN (du bekommst sie von deiner Bank) lohnt sich, wenn du viele Rechnungen stellst und die Zahlungseingänge automatisch abgleichen willst — dann vergibt deine Software für jede Rechnung eine eigene QR-Referenz, und Zahlungen ordnen sich von selbst zu.

Wichtig ist nur eines: Mische die Systeme nicht. QR-IBAN ohne QR-Referenz funktioniert nicht, und eine QR-Referenz zur normalen IBAN ebenso wenig. Wenn du mit einer Bank- oder Softwarelösung arbeitest, halte dich an deren Standardprozess, statt die Logik manuell zu improvisieren.

Die Pflichtelemente des Zahlteils

Der Zahlteil der QR-Rechnung ist genormt — deshalb funktioniert das Scannen bei jeder Bank. Diese Elemente gehören hinein:

  • Swiss QR Code: der QR-Code mit dem Schweizerkreuz in der Mitte — er enthält alle Zahlungsdaten maschinenlesbar
  • Konto / Zahlbar an: IBAN oder QR-IBAN plus dein Name und deine Adresse
  • Referenz: QR-Referenz (bei QR-IBAN), Creditor Reference oder leer
  • Zusätzliche Informationen: freier Text, typischerweise deine Rechnungsnummer
  • Betrag und Währung: CHF oder EUR; der Betrag kann offen bleiben, wenn die zahlende Person ihn selbst bestimmt
  • Zahlbar durch: Name und Adresse der Kundschaft — empfohlen, weil vorausgefüllte Angaben Fehler vermeiden

Dazu kommt der Empfangsschein links am Zahlteil, den die zahlende Person am Schalter abtrennen kann. Grösse, Schriften und Platzierung sind in der Spezifikation von SIX festgelegt — noch ein Grund, den Zahlteil erzeugen zu lassen, statt ihn in Word nachzubauen. Beim Druck auf Papier gehört zwischen Rechnung und Zahlteil eine Perforation oder ein sauberer Schnitt; beim reinen PDF-Versand entfällt das Thema.

Was inhaltlich in den Rechnungsteil darüber gehört — Leistungsbeschreibung, Zahlungsfrist, allenfalls MWST — findest du im Guide Rechnung schreiben in der Schweiz und als Muster in der Rechnungsvorlage Schweiz.

Versand: PDF per E-Mail oder Papier per Post?

Die QR-Rechnung funktioniert auf beiden Wegen — mit unterschiedlichen Feinheiten:

PDF per E-Mail (der Normalfall): Rechnung inklusive Zahlteil als ein PDF verschicken. Die Kundschaft scannt den QR-Code direkt ab Bildschirm mit der Banking-App oder lädt das PDF ins E-Banking hoch. Achte darauf, dass der Zahlteil im PDF vollständig auf einer Seite liegt und nicht vom Seitenumbruch zerschnitten wird.

Papier per Post: Hier gelten die Druckvorgaben — weisses Papier, Zahlteil in Originalgrösse unten auf der Seite, Perforation oder Schnittlinie zwischen Rechnung und Zahlteil, damit der Empfangsschein abtrennbar bleibt. Software-Lösungen layouten das korrekt; beim Selberdrucken lohnt sich ein Blick auf eine Testrechnung.

Der Praxistest vor dem ersten Versand: Erstelle eine Rechnung an dich selbst und scanne den Code mit deiner eigenen Banking-App. Stimmen Betrag, Konto und Angaben, ist dein Setup bereit. Diese fünf Minuten ersparen dir den peinlichsten Fall — eine Kundin, die als Erste merkt, dass dein Code nicht lesbar ist.

Zahlungseingänge abgleichen: hier zahlt sich der QR-Code aus

Der eigentliche Gewinn der QR-Rechnung zeigt sich nach dem Versand. Je nach Setup sieht der Abgleich so aus:

  • Ohne Referenz (IBAN, Basis-Setup): Du prüfst die Zahlungseingänge im E-Banking und ordnest sie anhand von Betrag und Mitteilung (deiner Rechnungsnummer) zu. Bei wenigen Rechnungen völlig praktikabel.
  • Mit QR-Referenz (QR-IBAN plus Software): Jede Zahlung trägt die eindeutige Referenz ihrer Rechnung. Deine Software gleicht Eingänge automatisch ab und markiert Rechnungen als bezahlt — offen bleibt nur, was wirklich offen ist.

Unabhängig vom Setup gehört zum Prozess eine einfache Offene-Posten-Übersicht: welche Rechnung, welcher Betrag, welche Frist. Sie ist die Grundlage fürs Nachfassen — und der Punkt, an dem Rechnungsstellung und Buchhaltung zusammenlaufen. Wie du diesen Kreislauf sauber organisierst, zeigt der Guide Rechnungen und Belege organisieren.

Praxisbeispiel: Freelancer mit wenigen Rechnungen

Ein selbständiger Entwickler schreibt drei bis fünf Rechnungen im Monat. Bisher hat er normale Rechnungen mit IBAN verschickt. Das funktioniert, aber:

  • einzelne Kundinnen vertippen sich bei der IBAN
  • Referenzen sind nicht immer sauber, Zahlungseingänge brauchen Nacharbeit
  • eine Firmenkundin fragt, ob er «auch QR» könne

Er stellt um: Rechnungssoftware eingerichtet, normale IBAN hinterlegt, Rechnungsnummer als zusätzliche Information im Zahlteil. Ergebnis nach einem Monat: keine Tippfehler mehr, Zahlungseingänge in Minuten abgeglichen, und die Rechnung wirkt professioneller. Seine Buchhaltung hat sich nicht verändert — nur der Zahlungsprozess ist ruhiger geworden. Genau das ist häufig der eigentliche Nutzen.

Häufige Fehler beim QR-Rechnung erstellen

  • QR-IBAN und normale IBAN verwechseln: QR-IBAN braucht zwingend eine QR-Referenz. Wer sie wie eine normale IBAN verwendet, produziert Zahlteile, die Banken abweisen.
  • Zahlteil in Word selbst basteln: Falsche Grössen, fehlende Elemente, nicht scannbarer Code. Zahlteil immer erzeugen lassen.
  • Rechnungsnummer nicht im Zahlteil: Ohne Referenz oder Mitteilung weisst du bei ähnlichen Beträgen nicht, wer bezahlt hat.
  • Alte Kontodaten im Generator: Nach einem Bankwechsel die hinterlegte IBAN vergessen — die Zahlungen landen auf dem alten Konto.
  • Systeme mischen: Heute Bank-Generator, morgen Online-Tool, übermorgen Software — drei Nummerierungen, keine Ablage. Wähle einen Weg, der zu deinem Volumen passt, und bleib dabei.
  • Rechnung verschickt, Zahlungseingang nicht verfolgt: Der QR-Code beschleunigt das Zahlen, nicht das Mahnen. Offene Posten brauchen weiterhin deinen Blick.

Kurz gesagt

Eine QR-Rechnung zu erstellen ist einfacher, als der Fachjargon vermuten lässt: IBAN, Adresse, Betrag — und einer der drei Wege. Für den Einstieg reicht der Generator deiner Bank, für den Alltag nimmt dir eine Software den ganzen Ablauf ab, von der Nummerierung bis zum Zahlungsabgleich. QR-IBAN und Referenzen sind kein Muss, sondern ein Upgrade für später.

Wenn du deinen Rechnungsprozess weiter aufräumen willst, lies danach:

Häufige Fragen

Wie erstelle ich eine QR-Rechnung?

Am einfachsten über einen von drei Wegen: den QR-Generator im E-Banking deiner Bank, eine Rechnungssoftware, die den Zahlteil automatisch erzeugt, oder einen Online-Generator. Du brauchst nur deine IBAN, deine Adressdaten und den Rechnungsbetrag.

Ist die QR-Rechnung Pflicht?

Es gibt keine allgemeine Pflicht, QR-Rechnungen zu stellen. Aber die QR-Rechnung hat im Oktober 2022 die Einzahlungsscheine abgelöst und ist der Standard — viele Firmenkunden und deren Buchhaltungssysteme erwarten sie.

Was ist der Unterschied zwischen IBAN und QR-IBAN?

Die IBAN ist deine normale Kontonummer und funktioniert für QR-Rechnungen ohne oder mit Creditor Reference. Die QR-IBAN ist eine spezielle Variante deiner Bank für QR-Rechnungen mit QR-Referenz — sie ermöglicht den automatischen Abgleich von Zahlungen. Für den Einstieg reicht die normale IBAN.

Kann ich eine QR-Rechnung gratis erstellen?

Ja. Die meisten Banken bieten im E-Banking einen kostenlosen QR-Generator an, und es gibt kostenlose Online-Generatoren. Für einzelne Rechnungen reicht das völlig — bezahlen würdest du erst für Komfort und Automatisierung einer Software.

Kann ich den QR-Code einfach in meine Word-Vorlage einfügen?

Nur bedingt. Der Zahlteil folgt einer präzisen Spezifikation zu Grösse, Aufbau und Platzierung. Erzeuge den Zahlteil mit Bank, Software oder Generator als Ganzes und hänge ihn der Rechnung an, statt einzelne Elemente von Hand nachzubauen.

Funktioniert die QR-Rechnung auch für Beträge in Euro?

Ja, der Swiss QR Code unterstützt CHF und EUR. Für andere Währungen ist die QR-Rechnung nicht vorgesehen — da arbeitest du mit normalen Zahlungsangaben.

Quellen

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